Generalversammlung bestätigt solide Entwicklung der Bürgerenergiegenossenschaft,
neue Großprojekte vor Herausforderungen
Mehr als 50 Mitglieder nahmen persönlich an der Generalversammlung der Bürgerenergiegenossenschaft Emmendingen (BEGEM) am Abend des 20. Juli 2026 im Rathaus Emmendingen teil. Sie informierten sich über die Entwicklung der Genossenschaft, den Jahresabschluss 2025 sowie aktuelle und geplante Projekte der lokalen Energiewende.
Aufsichtsratsvorsitzender Werner Tegeler konnte darstellen, dass die BEGEM weiterhin eine stabile Mitgliederentwicklung verzeichnet. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Genossenschaft 297 Mitglieder. Aktuell ist die Zahl auf 300 Mitglieder mit insgesamt 7.433 Anteilen gestiegen. Das Geschäftsguthaben der Mitglieder beläuft sich damit derzeit auf über 1,4 Mio. Euro – investiert in zahlreiche Anlagen zur Erzeugung erneuerbaren Stroms und Wärme in Emmendingen und Umgebung.
Die Vorstände der BEGEM, Michael Hesselbach, Heiner Jung und Philipp Oswald, führten dies weiter aus: In den eigenen Photovoltaikanlagen und Blockheizkraftwerken erzeugte die BEGEM im Jahr 2025 insgesamt rund 1,1 Millionen Kilowattstunden Strom – rechnerisch genug für etwa 330 Haushalte und verbunden mit einer CO₂-Einsparung von rund 460 Tonnen.
Auch wirtschaftlich steht die Genossenschaft auf einer soliden Grundlage. Die Bilanzsumme lag zum Ende des Geschäftsjahres 2025 bei über 2 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss betrug 39.842 Euro. Die Generalversammlung beschloss eine Ausschüttung an die Mitglieder aus dem Bilanzgewinn in Höhe von 42.660 Euro. Dies entspricht einer Dividende von 3 Prozent.
Neben dem Rückblick auf das Geschäftsjahr standen auch neue Projektideen im Mittelpunkt. Als Gemeinschaftsprojekt mit der Bürgerenergiegenossenschaft Teningen weit fortgeschritten sind Planungen für eine Photovoltaik-Freiflächenanlage auf der Deponie Kiesgrube mit 2.000 kWp sowie eine Agri-PV-Anlage mit 950 kWp mit großem Batteriespeicher, die landwirtschaftliche Nutzung und Stromerzeugung kombiniert. Beide Projekte stehen allerdings vor der Herausforderung einer zunehmenden Investitionsunsicherheit, maßgeblich durch aktuelle Veränderungen der Energiepolitik verursacht.
Außerdem beteiligt sich die BEGEM an zusätzlichen Windenergieprojekten, darunter am Bürgerwindpark Brombeerkopf zwischen Stegen und Glottertal. Weitere Windenergieprojekte könnten es allerdings schwer haben. Die bundespolitische Rahmensetzung vergütet auch den Strom aus Windenergieanlagen im Südwesten Deutschlands nicht mehr ausreichend, obwohl durch diese z.B. weniger in den teuren Netzausbau von Norden nach Süden investiert werden müsste.
Dennoch setzt die Bürgerenergiegenossenschaft Emmendingen mit ihren Photovoltaik-, Wärme- und Windenergieprojekten weiterhin auf eine dezentrale Energiewende in Bürgerhand. Dem stimmte die Generalversammlung einstimmig zu. Auch die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat wurden einstimmig gefasst.
Die Präsentation der Generalversammlung ist hier zu sehen.
Das Protokoll der Versammlung, der Jahresabschluss 2025 und
der Prüfbericht des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands für 2023/2024
können von Mitgliedern auf Wunsch nach Terminabsprache mit dem Vorstand eingesehen werden.

